Wasserstoffbörse HyXchange

09.08.21

Die steigende Nachfrage nach klimaneutralem Wasserstoff macht eine gute Marktfunktion und eine transparente, effiziente Preisgestaltung erforderlich. Die Gasunie und die Hafenbetriebe in Rotterdam, Amsterdam und Groningen sowie der North Sea Port haben die Möglichkeiten für die Gründung einer Wasserstoffbörse untersuchen lassen. Aus der Studie ging hervor, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um Wasserstoff zertifizieren zu lassen, einen Index für eine übersichtliche Preisgestaltung zu erstellen und einen Spotmarkt aufzubauen und welche Handelsinstrumente für ein ausgewogenes Wasserstoffnetz und die Speicherung von Wasserstoff erforderlich sind.

Die Auftraggeber der Studie haben die Wasserstoffbörse HyXchange genannt. Es wurden vier Hauptschlussfolgerungen für die weitere Konkretisierung von HyXchange gezogen.

Zertifizierung für Deutlichkeit

Es gibt verschiedene Typen von Wasserstoff. Bei grauem Wasserstoff wird CO2 freigesetzt, bei blauem Wasserstoff wird das CO2 aufgefangen und grüner Wasserstoff wird ohne CO2-Emissionen hergestellt. Wenn alle Wasserstoffsorten über dasselbe Netzwerk transportiert werden, müssen die Benutzer selbst entscheiden können, welchen Wasserstoff sie kaufen wollen. Das kann anhand einer Zertifizierung erreicht werden. Man kann das System mit der Lieferung von Elektrizität oder Gas vergleichen. Auch dort gibt es ein einziges Netz für alle Energietypen. Durch die Zertifizierung von grünem Strom und Gas bleibt der Mehrwert für den Kunden erhalten. Die Initiatoren des Wasserstoffnetzwerks wollen noch vor der Einführung diesbezüglicher Gesetze ein Pilotprojekt durchführen, um erste Erfahrungswerte zu sammeln.

Transparente Wasserstoffpreise

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Entwicklung einer Wasserstoffbörse ist ein Index. Damit wird transparent gemacht, zu welchem Preis Wasserstoff gehandelt werden kann. Im Rahmen der Studie wurde ein Index erstellt, in dem der Preis für den Wasserstoff und die Zertifikate je nach Erzeugungsart und CO2-Emissionsreduzierung dargestellt sind.

Ein Markt, auf dem gehandelt werden kann

Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Gründung einer Wasserstoffbörse ist der Spotmarkt. Zu diesem Zweck wird zunächst eine Marktsimulation durchgeführt. Sobald die Infrastruktur in einem Hafengebiet betriebsbereit ist und sich einige Anbieter und Abnehmer gemeldet haben, wird die Theorie in Form eines lokalen Spotmarkts in die Praxis umgesetzt. Dieser Markt wird größer, sobald das nationale Wasserstoffnetz der Gasunie die Wasserstoffnetzwerke in verschiedenen Hafen- und Industriegebieten miteinander verbindet. Er wird schließlich auch den nötigen Handelsspielraum für internationale Verbindungen im Wasserstoffhandel bieten.

Ausgewogener Markt

Schließlich werden Handelsinstrumente benötigt, um das Netz im Gleichgewicht zu halten und Wasserstoff zu speichern. Diese Mechanismen müssen noch umfassender untersucht werden. Diese Untersuchungen können eventuell im Rahmen der geplanten Marktsimulation stattfinden.

Im Anschluss an die Studie werden die Parteien in Pilotprojekten und Simulationen erste Handelsprodukte testen. In diese Phase werden auch Markpartner einbezogen.

Die Studie wurde vom ehemaligen Direktor der niederländischen Energiebörse Bert den Ouden durchgerührt.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Hafenbetrieb Rotterdam. Dort können Sie auch eine Präsentation über die Studie herunterladen.

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