Die Wasserstoffpipeline für den Rotterdamer Hafen

09.08.21

Der Hafenbetrieb Rotterdam und die Gasunie arbeiten gemeinsam an einer neuen Wasserstoffpipeline, die das Rückgrat der Wasserstoffinfrastruktur in Europas größtem Hafen bilden wird. Die letzte Planungsphase vor dem Bau ist angebrochen. Die Hauptpipeline soll im zweiten Quartal 2024 betriebsbereit sein. Ab dann können Unternehmen, die Wasserstoff nutzen oder produzieren wollen, sich an diese offen zugängliche Leitung anschließen. Der Titel des Projekts lautet: HyTransPort.RTM. Die Gasunie und der Hafenbetrieb entscheiden im zweiten Halbjahr 2021 definitiv wie das Projekt ausgeführt werden soll. 

Hafen Rotterdam wird zum europäischen Wasserstoff-Knotenpunkt 

Der Bau der Wasserstoffpipeline im Rahmen des HyTransPort.RTM-Projekts ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zum europäischen Wasserstoff-Hub. Die Pipeline mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern (24 Zoll) soll von der Maasvlakte bis nach Pernis führen. Die offen zugängliche Leitung wird für alle Betriebe verfügbar sein, die Wasserstoff abnehmen oder liefern wollen. In Zukunft wird diese Pipeline an das nationale Wasserstoffnetzwerk angeschlossen, das die Gasunie  anlegt. Außerdem werden Verbindungen nach Chemelot in Limburg, nach Nordrhein-Westfalen und in andere europäische Regionen realisiert. 
Wasserstoff ist sowohl für den Hafenbetrieb als auch für die Gasunie von großer Bedeutung, um gesteckte Klimaziele umsetzen zu können, die niederländische Wirtschaft zu stärken und die Energiesicherheit zu gewährleisten. Deswegen haben sich beide Parteien der „Waterstof Coalitie“ (niederländische Wasserstoffkoalition) angeschlossen. 

Einladung für interessierte Unternehmen 

Shell hat bereits Interesse an einer möglichen Nutzung der Wasserstoffpipeline gezeigt und verhandelt zurzeit mit der Gasunie und dem Hafenbetrieb Rotterdam über die Rahmenbedingungen und die Details der Nutzung. Das Unternehmen betrachtet Wasserstoff als einen der wichtigsten Grundpfeiler für die Energiewende. Shell plant auf der Maasvlakte 2 den Bau einer Elektrolyseanlage für die Herstellung von Wasserstoff. Der Hafenbetrieb Rotterdam und die Gasunie führen derzeit auch mit anderen Parteien sondierende Gespräche. Firmen, die noch keinen Kontakt aufgenommen haben, und am Gebrauch der Pipeline interessiert sind, können sich jederzeit mit der Gasunie und dem Hafenbetrieb Rotterdam in Verbindung setzen, um die technischen Einzelheiten für die Wasserstoffpipeline zu besprechen. Unternehmen, die als Pilotkunden dabei sein möchten, können sich bis zum 9. April beim Hafenbetrieb Rotterdam oder der Gasunie melden. 

Wasserstoff ist der Energieträger des 21. Jahrhunderts 

Das Projekt HyTransPort.RTM errichtet eine Rohrleitung, durch die Wasserstoff im Rotterdamer Hafen zukünftig von einem Betrieb zum anderen transportiert werden kann. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Wirtschaft im Hafen. In Zukunft kann Wasserstoff auch an andere Orte in Nordwesteuropa und in den Niederlanden befördert werden, beispielsweise zum Wasserstoffspeicher im Norden der Niederlande. HyTransPort.RTM erfüllt alle Vorgaben der Wasserstoffstrategie des niederländischen Kabinetts.  

Im kommenden Jahr wird ein Team aus Fachkräften vom Hafenbetrieb Rotterdam und der Gasunie ein Geschäftsszenario ausarbeiten und sich mit Fragen im Hinblick auf Kundenverträge, Technik und Genehmigungen für die neue Wasserstoffpipeline auseinandersetzen. Im zweiten Halbjahr dieses Jahres entscheiden die Parteien über die definitive Ausführung von HyTransPort.RTM. Sowohl die Gasunie als auch der Hafenbetrieb Rotterdam werden in die Wasserstoffleitung investieren. Darüber hinaus sind finanzielle Beiträge verschiedener staatlicher Behörden im Gespräch. 

Zurück zur Übersicht