Das Ministerium für Wirtschaft & Klima und Hynetwork Services veranstalten am Freitag, 15. Oktober, von 11 bis 13 Uhr ein Webinar zum Aufbau eines nationalen Wasserstoff-Transportnetzes. Das Webinar gibt Feedback zu den Ergebnissen des HyWay27-Projekts. Außerdem werden die Ergebnisse der Marktkonsultation präsentiert. Schließlich diskutieren EZK und Hynetwork Services die Schritte, die in der kommenden Zeit unternommen werden, um ein Transportnetz für Wasserstoff zu erreichen. Das Webinar richtet sich an alle (Markt-)Beteiligten an Wasserstoff.

Der Ausbau von Transportkapazitäten für Wasserstoff ist ein entscheidender Schritt, um Wasserstoff die gewünschte Schlüsselstellung in unserer Wirtschaft und Energieversorgung zu geben. Diese und weitere Schlussfolgerungen aus dem HyWay27-Bericht dieses Frühjahrs waren einer der Gründe, warum der Staatssekretär für Wirtschaft und Klimapolitik Gasunie gebeten hat, den Aufbau dieser Infrastruktur zu übernehmen. Bei der Vorstellung der Haushaltspläne für 2022 am letzten Haushaltstag kündigte die Regierung an, 750 Millionen Euro für den Ausbau des Wasserstoff-Transportnetzes zurückzustellen. Ein wichtiger Schritt, um dies zu realisieren.

Anmeldung und Möglichkeit Fragen zu stellen

Über diesen Link können Sie sich für das Webinar anmelden. Das Webinar ist auf Niederländisch. Eine englisch untertitelte Version wird nach der Ausstrahlung online verfügbar sein. Während des Webinars können Fragen an das Ministerium für Wirtschaft und Klimapolitik und Hynetwork Services gestellt werden. Es ist auch möglich, vorab Fragen zu stellen. Sie können dies über info@HyWay27.nl tun.

Die niederländische Behörde für Verbraucher und Märkte (ACM), die unabhängige Regulierungsbehörde für gut funktionierende Märkte, hat Licht in die Wasserstoffinfrastruktur gebracht. ACM hat ein Memorandum (auf Englisch) über die Schritte veröffentlicht, die ihrer Meinung nach für einen effektiven, effizienten und vorhersehbaren Markt für Wasserstoff und die erforderliche Infrastruktur erforderlich sind. Darüber hinaus sieht ACM eine Investition in eine Wasserstoffinfrastruktur in Gebieten wie dem Rotterdamer Hafen als naheliegend an.

Wasserstoff spielt eine wichtige Rolle in unserer zukünftigen Energieversorgung und bei der Erreichung der Klimaziele. Das ist noch nicht der Fall und der Markt für Wasserstoff und der Wasserstofftransport stehen daher noch am Anfang. Laut ACM müssen staatliche Investitionen und jede Regulierung mit der Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft „atmen“.

Das Memorandum von ACM zur Wasserstoffinfrastruktur ist ein Beitrag zu den Vorstellungen über den Wasserstoffmarkt.

Investieren Sie kurz vor dem Markt

Interessant ist, dass ACM dafür plädiert, Schritt für Schritt in die erforderliche Infrastruktur für Wasserstoff zu investieren. Die niederländische Behörde für Verbraucher und Märkte geht davon aus, dass die Nachfrage nach grünem Wasserstoff von der Industrie kommen wird. Sie argumentiert, dass die Seehäfen in unserem Land die ausgewiesenen Standorte für die erste Infrastruktur sind, auch weil die Industriecluster, in denen Wasserstoff benötigt wird, oft in den Häfen vorhanden sind. ACM stellt auch fest, dass eine Verbindung zwischen dem Chemiecluster Chemelot in Limburg und Rotterdam logisch wäre. ACM empfiehlt, zunächst in die Infrastruktur dieser Branchencluster zu investieren. Dann ist das Risiko, in ungenutzte Wasserstoffinfrastruktur zu investieren, sehr gering und die Investitionen können mit dem Markt wachsen. ACM sieht vorerst keinen Anlass für eine Regulierung des Wasserstoffmarktes. Der derzeitige Markt für grauen Wasserstoff besteht hauptsächlich aus Direktverträgen zwischen Herstellern und Lieferanten. ACM geht davon aus, dass dies zunächst auch für nachhaltigen Wasserstoff der Fall sein wird. Darüber hinaus wird derzeit auf europäischer Ebene über die mögliche Regulierung eines europäischen Wasserstoffmarktes nachgedacht.

Die Vorbereitungen für die ersten 32 Kilometer der Wasserstoffleitung von HyTransPort, von der Maasvlakte nach Pernis, verlaufen planmäßig. Umweltamt DCMR untersucht jetzt die erwarteten Auswirkungen aller Wasserstoffpläne in der Region auf die Umwelt. Axel Pel, Programmmanager für Nachhaltige Industrieentwicklung bei DCMR, erzählt, wie das Rijnmonder Umweltamt über die kommende Pipeline und über Wasserstoff als grünen Treibstoff denkt. „Wir entrollen den grünen Teppich für nachhaltige Alternativen!“

Ist die Einführung von Wasserstoff eigentlich notwendig?

„2050 hätten die Niederlande gern ein Energiesystem ohne CO2-Emissionen. Wir müssen uns bis dahin von den fossilen Treibstoffen verabschiedet haben. Der Energiebedarf ist groß. Diesen können wir nicht allein mit Elektrizität abdecken. Wasserstoff ist eine gute Ergänzung. Er lässt sich leicht mithilfe von Elektrolyse aus Wasser herstellen. Das Verfahren ist sauber: Es wird dabei absolut kein CO2 freigesetzt und das Nebenprodukt ist Sauerstoff. Und ein großer Pluspunkt: Zur Speicherung von Energie braucht man ein Molekül. Wasserstoff ist ein solches Molekül. Mit Wasserstoff kann man Energie also speichern und transportieren.“

Für Wasserstoff braucht man neue Leitungen. Ist das nicht unpraktisch?

“Die Infrastruktur muss dazu tatsächlich angepasst werden. Es darf jedoch bezweifelt werden, ob wir Wasserstoff bald in jeder Küche haben werden. Aber für den Straßentransport, als Treibstoff für Flugzeuge und Schiffe und in der Industrie ist grüner Wasserstoff sehr wohl ein Treibstoff der Zukunft. Denn es handelt sich um saubere Energie, mit Wasser als Rohstoff, hergestellt mit grünem Strom aus Windparks auf See, und er ist nicht gefährlicher oder komplizierter als Erdgas, womit wir uns bereits ausgesprochen gut auskennen.

Es müssen zwar mehr Leitungen und Pumpwerke und andere Infrastruktur geschaffen werden, aber Wasserstoffleitungen sind an sich nichts Neues. Zudem kann möglicherweise ein Teil der Erdgasinfrastruktur für Wasserstoff genutzt werden. Die Industrie setzt Wasserstoff bereits jetzt für bestimmte Verfahren ein, nämlich „grauen“ Wasserstoff aus Erdgas. Es muss also nicht viel neue Technik für die Leitungen entwickelt werden.“

Neu jedoch ist die Fabrik, in der Shell ab 2023 grünen Wasserstoff herstellen möchte.

„Das ist richtig. Diese Fabrik wird die größte Europas. Mit einer Kapazität von 200 Megawatt ist sie zehnmal so groß wie vorhandene Wasserstofffabriken. Aufgrund dieses Ausmaßes kann sie ca. fünf Prozent des Wasserstoffbedarfs in der Region Rijnmond zur Verfügung stellen. Und der Hafenbetrieb Rotterdam hat auf der Maasvlakte 2, auf der diese Elektrolysefabrik gebaut werden wird, Platz für drei weitere derartige grüne Wasserstofffabriken reserviert und anderswo im Hafen für weitere zwei. Da Shell jetzt vorgeprescht ist, melden mehr Unternehmen Interesse an dem Bau einer solchen Fabrik an. So ein Wasserstoff-Knotenpunkt im Rotterdamer Hafengebiet ist ein wesentlicher Schritt in der Energiewende.“

DCMR kommt die Aufgabe zu, der Fabrik die Genehmigung zu erteilen. Worauf achtet das Umweltamt?

„Wie bei allen neuen Fabriken achtet DCMR darauf, dass auch diese alle Rechts- und Verwaltungsvorschriften im Bereich von Umwelt und Sicherheit erfüllt. In diese Fabrik kommt keine unbekannte Technologie. Es sind auch keine neuen Vorschriften erforderlich. Die Entwicklung nachhaltiger Energie passt hervorragend zu den Plänen der Provinz Südholland und der Gemeinde Rotterdam. In dieser Hinsicht ist das Ganze nicht wirklich spannend. Aber noch nie zuvor wurde Wasserstoff in einem derartig großen Umfang hergestellt. Deshalb schauen wir uns alles sorgfältig an. Sicherheit, Lärm und Verschmutzung sind die wichtigsten Punkte, auf die wir bei der Genehmigungserteilung achten. Und zudem auf eine gute Kommunikation mit dem Umfeld.

Die Sicherheitsrisiken von Wasserstoff sind bekannt. Es handelt sich um ein leichtes, geruchsloses, leicht entflammbares Gas, besonders im Kontakt mit Sauerstoff. Gut vergleichbar mit Erdgas, das wir ebenfalls durch das ganze Land unter Hochdruck über Rohrleitungen transportieren.

Die Kompressoren, mit denen das Wasserstoffgas demnächst zusammengepresst werden wird, erzeugen viel Lärm. Wir achten stark darauf, dass dieser Lärm in ausreichendem Maße gedämpft wird und dass die Parteien die Normen und Vereinbarungen zum Thema Lärm einhalten. Die Bevölkerung in Oostvoorne, die Ortschaft, die sich am nächsten zur Wasserstofffabrik befindet, muss vernünftig schlafen können.

Die Herstellung von Wasserstoff verschmutzt die Umwelt nicht. Ganz im Gegenteil. Es wird dabei Sauerstoff freigesetzt. Der Boden auf der Maasvlakte 2 ist neu und nicht verschmutzt. Nur der Bau der Fabrik wird geringe Stickstoffemissionen mit sich bringen. Aber dazu wurde eine Ausnahme in das neue Gesetz „Stickstoffreduzierung und Umweltverbesserung“ aufgenommen, das spielt bei der Genehmigung also keine Rolle.“

Muss DCMR auch die Genehmigungserteilung für die Pipeline übernehmen?

„In den Niederlanden ist es so geregelt, dass die niederländische Gasunie Pipelines für den Transport von Gasen unter Hochdruck verlegt. Gasunie verfügt über das Fachwissen und die Erfahrung, um für eine gute Ausführung zu sorgen. Für HyTransPort, die Wasserstoff-Pipeline von der Maasvlakte nach Pernis, arbeitet der Hafenbetrieb Rotterdam mit Hynetwork Services, einem auf Wasserstoff spezialisierten Teil von Gasunie, zusammen. Die Gemeinde Rotterdam erteilt die Genehmigung für die Pipeline durch den Hafen. Die Aufsichtsbehörde für Raum und Umwelt, Transport und Verkehr des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft kontrolliert die Arbeit von Gasunie. Nur der Anschluss der Wasserstofffabrik an das erste Stück der Pipeline fällt unter die Zuständigkeit von DCMR.”

Welche Rolle spielt DCMR für die Anwohner, die entlang der Pipeline wohnen?

„Wir untersuchen momentan die Folgen des Baus auf die Umwelt und das Umfeld mithilfe einer breit aufgestellten Umweltstudie (der Bau der Pipeline fällt in den Bebauungsplan und darin ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG.) vorgeschrieben -Red.-). Glücklicherweise befindet sich in Rijnmond bereits eine Rohrleitungsstraße, zu der diese Wasserstoffleitung gut passt. Es ist also keine neue Verlegung erforderlich und es geht nicht zu Lasten der Natur oder von Bauflächen. In dieser Hinsicht sind die Auswirkungen nicht besonders groß.

Dennoch, wer in Rozenburg oder Pernis wohnt, bekommt wieder etwas Neues vorgesetzt, das hinter seinem Gartenzaun verläuft, eine zusätzliche Pipeline, mit allen Risiken, die sich daraus ergeben können. Es ist also absolut normal, dass die Anwohner darüber gut informiert und ihre Fragen beantwortet werden. Die Bedeutsamkeit, rechtzeitiger und transparenter Rücksprache mit den Anwohnern ist etwas, das wir als DCMR beim Hafenbetrieb Rotterdam ausdrücklich befürworten und was das Projektteam auch gut umsetzt.“

DCMR ist das Umweltamt der Provinz Südholland, der Gemeinde Rotterdam und von fünfzehn umliegenden Gemeinden. Diese haben vor kurzem ihre Regionale Energie-Strategie (RES – In Holländisch) präsentiert. Diese Pläne sind vollgepackt mit Plänen für eine nachhaltige Energieversorgung. Welche Rolle spielt DCMR dabei?

“Wir helfen bei der Umsetzung der Pläne. DCMR entrollt den grünen Teppich für Initiativen von Unternehmen, die zur Energiewende der Provinz und der Gemeinden passen. Die nachhaltigen Pläne werden bei der Genehmigungserteilung vorrangig berücksichtigt. Wir mobilisieren Wissen, setzen Fachleute ein, die sich mit Verfahren und Praxis auskennen, und nutzen unser Netzwerk mit den Planungsämtern. Es widerspricht unserem Anspruch, dass Verfahren möglicherweise eine Verzögerung für einen guten grünen Plan hervorrufen. Wir möchten kein Hindernis für nachhaltige Entwicklung darstellen.

Die Idee der Wasserstofffabrik kam bei uns über das „Versnellingshuis“ (Beschleunigungszentrum), eine Initiative des Hafenbetriebs Rotterdam und Deltalinqs, dem Unternehmensverband des Hafengewerbes, auf den Tisch. Das „Versnellingshuis“ kümmert sich darum, dass ein grüner Plan schnell auf den richtigen Schreibtischen landet, sodass die erforderlichen Verfahren zügig verlaufen und verfügbare Fördergelder einfach abgerufen werden können.“

Gibt es noch Hemmnisse für grünen Wasserstoff?

„Die Produktion ist zurzeit noch ca. zweimal so teuer wie die von grauem oder blauem Wasserstoff (beide aus Erdgas gewonnen, bei blauem Wasserstoff wird jedoch das freigesetzte CO2 aufgefangen und unter dem Meeresboden eingelagert).

Für die Verlegung einer Wasserstoffleitung gibt es keine rechtlichen Hindernisse, aber für die Nutzung von Wasserstoff gibt es noch ein paar Lücken in der Gesetzgebung und Unklarheiten in Bezug auf Fördergelder und Steuern. Diese müssen von den Behörden schnell gefüllt bzw. ausgeräumt werden. Wenn die Pipeline 2024 verlegt ist, die größte Wasserstofffabrik von Europa läuft und Unternehmen diese nutzen können, wird dies einen Unterschied von ca. 150 Kilotonnen CO2-Emissionen bedeuten, ein halbes Prozent der heutigen Emissionen in der Region Rijnmond.“

Alle Fotos zum diesem Artikel sind von Jerry Lampen. Copyright Jerry Lampen.

Der Abschlussbericht des Projekts HyWay27 ist fertig. Auf Grundlage dieses Berichts schlägt das Kabinett einen Plan vor, der vorsieht, bestehende Gasleitungen für den Transport von Wasserstoff zu nutzen. Das kündigte Staatssekretärin Yeşilgöz-Zegerius vom niederländischen Ministerium für Wirtschaft und Klima („Economische Zaken en Klimaat“) als Reaktion auf den Hyway27-Bericht an. Der Bericht bestätigt, dass die Nutzung bestehender Gasleitungen für den Transport von Wasserstoff umsetzbar, sicher und kosteneffizient ist.

Das Kabinett will die Gasunie mit der Entwicklung eines Transportnetzwerks für Wasserstoff beauftragen. Zu diesem Zweck muss das nationale Erdgasnetz teilweise für den Transport von Wasserstoff verfügbar gemacht werden. HyTransPort wird ein neuer Ableger dieses Wasserstoffnetzes. Im Rotterdamer Hafen müssen zusätzliche Kapazitäten für die erwartete Wasserstoffnachfrage geschaffen werden.

Staatssekretärin Yeşilgöz-Zegerius: „Wir brauchen Wasserstoff, um unsere Industrie nachhaltiger zu gestalten und Arbeitsplätze bei uns in den Niederlanden zu sichern. Wenn wir alles richtig machen, kann unser Land zudem gut daran verdienen. Meiner Meinung nach muss die Regierung die Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Infrastruktur, zur Verfügung stellen, damit Unternehmen in den Niederlanden nachhaltiger werden können.“

Kabinettsplan für Bau Wasserstoffnetz

CO2-freier Wasserstoff spielt dem Kabinett zufolge eine bedeutende Rolle bei der Umstellung auf ein nachhaltiges Energiesystem. Wasserstoff kann nicht nur dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen, er bietet auch Chancen für das Wirtschaftswachstum. Die Niederlande können aufgrund ihrer günstigen Lage, der internationalen Häfen und der bestehenden Gasnetze und Speicherkapazitäten in Zukunft ein wichtiger Akteur im internationalen Wasserstoffmarkt werden. Um diese Chance wahrzunehmen, unternimmt das Kabinett jetzt einen wichtigen Folgeschritt und erstellt eine Umsetzungsstrategie für das Wasserstofftransportnetz.

Das Kabinett hat bereits einen Plan ausgearbeitet. Dabei sollen die Cluster-Energiestrategien genutzt werden, um aufzuzeigen, wo und wann ein Bedarf an Transportkapazitäten entsteht. In Kombination mit einer Zeitachse, auf der dargestellt wird, wann Leitungen verfügbar werden, soll auf diese Weise ein nationales Wasserstoffnetz eingerichtet werden. Die Entscheidungen über die Verlegung und Finanzierung der neuen Pipelines werden vom neuen Kabinett getroffen.

Die steigende Nachfrage nach klimaneutralem Wasserstoff macht eine gute Marktfunktion und eine transparente, effiziente Preisgestaltung erforderlich. Die Gasunie und die Hafenbetriebe in Rotterdam, Amsterdam und Groningen sowie der North Sea Port haben die Möglichkeiten für die Gründung einer Wasserstoffbörse untersuchen lassen. Aus der Studie ging hervor, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um Wasserstoff zertifizieren zu lassen, einen Index für eine übersichtliche Preisgestaltung zu erstellen und einen Spotmarkt aufzubauen und welche Handelsinstrumente für ein ausgewogenes Wasserstoffnetz und die Speicherung von Wasserstoff erforderlich sind.

Die Auftraggeber der Studie haben die Wasserstoffbörse HyXchange genannt. Es wurden vier Hauptschlussfolgerungen für die weitere Konkretisierung von HyXchange gezogen.

Zertifizierung für Deutlichkeit

Es gibt verschiedene Typen von Wasserstoff. Bei grauem Wasserstoff wird CO2 freigesetzt, bei blauem Wasserstoff wird das CO2 aufgefangen und grüner Wasserstoff wird ohne CO2-Emissionen hergestellt. Wenn alle Wasserstoffsorten über dasselbe Netzwerk transportiert werden, müssen die Benutzer selbst entscheiden können, welchen Wasserstoff sie kaufen wollen. Das kann anhand einer Zertifizierung erreicht werden. Man kann das System mit der Lieferung von Elektrizität oder Gas vergleichen. Auch dort gibt es ein einziges Netz für alle Energietypen. Durch die Zertifizierung von grünem Strom und Gas bleibt der Mehrwert für den Kunden erhalten. Die Initiatoren des Wasserstoffnetzwerks wollen noch vor der Einführung diesbezüglicher Gesetze ein Pilotprojekt durchführen, um erste Erfahrungswerte zu sammeln.

Transparente Wasserstoffpreise

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Entwicklung einer Wasserstoffbörse ist ein Index. Damit wird transparent gemacht, zu welchem Preis Wasserstoff gehandelt werden kann. Im Rahmen der Studie wurde ein Index erstellt, in dem der Preis für den Wasserstoff und die Zertifikate je nach Erzeugungsart und CO2-Emissionsreduzierung dargestellt sind.

Ein Markt, auf dem gehandelt werden kann

Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Gründung einer Wasserstoffbörse ist der Spotmarkt. Zu diesem Zweck wird zunächst eine Marktsimulation durchgeführt. Sobald die Infrastruktur in einem Hafengebiet betriebsbereit ist und sich einige Anbieter und Abnehmer gemeldet haben, wird die Theorie in Form eines lokalen Spotmarkts in die Praxis umgesetzt. Dieser Markt wird größer, sobald das nationale Wasserstoffnetz der Gasunie die Wasserstoffnetzwerke in verschiedenen Hafen- und Industriegebieten miteinander verbindet. Er wird schließlich auch den nötigen Handelsspielraum für internationale Verbindungen im Wasserstoffhandel bieten.

Ausgewogener Markt

Schließlich werden Handelsinstrumente benötigt, um das Netz im Gleichgewicht zu halten und Wasserstoff zu speichern. Diese Mechanismen müssen noch umfassender untersucht werden. Diese Untersuchungen können eventuell im Rahmen der geplanten Marktsimulation stattfinden.

Im Anschluss an die Studie werden die Parteien in Pilotprojekten und Simulationen erste Handelsprodukte testen. In diese Phase werden auch Markpartner einbezogen.

Die Studie wurde vom ehemaligen Direktor der niederländischen Energiebörse Bert den Ouden durchgerührt.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Hafenbetrieb Rotterdam. Dort können Sie auch eine Präsentation über die Studie herunterladen.

Der Hafenbetrieb Rotterdam und die Gasunie arbeiten gemeinsam an einer neuen Wasserstoffpipeline, die das Rückgrat der Wasserstoffinfrastruktur in Europas größtem Hafen bilden wird. Die letzte Planungsphase vor dem Bau ist angebrochen. Die Hauptpipeline soll im zweiten Quartal 2024 betriebsbereit sein. Ab dann können Unternehmen, die Wasserstoff nutzen oder produzieren wollen, sich an diese offen zugängliche Leitung anschließen. Der Titel des Projekts lautet: HyTransPort.RTM. Die Gasunie und der Hafenbetrieb entscheiden im zweiten Halbjahr 2021 definitiv wie das Projekt ausgeführt werden soll. 

Hafen Rotterdam wird zum europäischen Wasserstoff-Knotenpunkt 

Der Bau der Wasserstoffpipeline im Rahmen des HyTransPort.RTM-Projekts ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zum europäischen Wasserstoff-Hub. Die Pipeline mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern (24 Zoll) soll von der Maasvlakte bis nach Pernis führen. Die offen zugängliche Leitung wird für alle Betriebe verfügbar sein, die Wasserstoff abnehmen oder liefern wollen. In Zukunft wird diese Pipeline an das nationale Wasserstoffnetzwerk angeschlossen, das die Gasunie  anlegt. Außerdem werden Verbindungen nach Chemelot in Limburg, nach Nordrhein-Westfalen und in andere europäische Regionen realisiert. 
Wasserstoff ist sowohl für den Hafenbetrieb als auch für die Gasunie von großer Bedeutung, um gesteckte Klimaziele umsetzen zu können, die niederländische Wirtschaft zu stärken und die Energiesicherheit zu gewährleisten. Deswegen haben sich beide Parteien der „Waterstof Coalitie“ (niederländische Wasserstoffkoalition) angeschlossen. 

Einladung für interessierte Unternehmen 

Shell hat bereits Interesse an einer möglichen Nutzung der Wasserstoffpipeline gezeigt und verhandelt zurzeit mit der Gasunie und dem Hafenbetrieb Rotterdam über die Rahmenbedingungen und die Details der Nutzung. Das Unternehmen betrachtet Wasserstoff als einen der wichtigsten Grundpfeiler für die Energiewende. Shell plant auf der Maasvlakte 2 den Bau einer Elektrolyseanlage für die Herstellung von Wasserstoff. Der Hafenbetrieb Rotterdam und die Gasunie führen derzeit auch mit anderen Parteien sondierende Gespräche. Firmen, die noch keinen Kontakt aufgenommen haben, und am Gebrauch der Pipeline interessiert sind, können sich jederzeit mit der Gasunie und dem Hafenbetrieb Rotterdam in Verbindung setzen, um die technischen Einzelheiten für die Wasserstoffpipeline zu besprechen. Unternehmen, die als Pilotkunden dabei sein möchten, können sich bis zum 9. April beim Hafenbetrieb Rotterdam oder der Gasunie melden. 

Wasserstoff ist der Energieträger des 21. Jahrhunderts 

Das Projekt HyTransPort.RTM errichtet eine Rohrleitung, durch die Wasserstoff im Rotterdamer Hafen zukünftig von einem Betrieb zum anderen transportiert werden kann. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Wirtschaft im Hafen. In Zukunft kann Wasserstoff auch an andere Orte in Nordwesteuropa und in den Niederlanden befördert werden, beispielsweise zum Wasserstoffspeicher im Norden der Niederlande. HyTransPort.RTM erfüllt alle Vorgaben der Wasserstoffstrategie des niederländischen Kabinetts.  

Im kommenden Jahr wird ein Team aus Fachkräften vom Hafenbetrieb Rotterdam und der Gasunie ein Geschäftsszenario ausarbeiten und sich mit Fragen im Hinblick auf Kundenverträge, Technik und Genehmigungen für die neue Wasserstoffpipeline auseinandersetzen. Im zweiten Halbjahr dieses Jahres entscheiden die Parteien über die definitive Ausführung von HyTransPort.RTM. Sowohl die Gasunie als auch der Hafenbetrieb Rotterdam werden in die Wasserstoffleitung investieren. Darüber hinaus sind finanzielle Beiträge verschiedener staatlicher Behörden im Gespräch.